Vor ein paar Wochen hat mir ein Kumpel ein richtig cooles Video geschickt – ein simpler, aber genialer 1D-Shooter, bei dem man mit Tasten angreifende Pixel auf einem LED-Streifen abwehrt. Das sah so verdammt einfach und gleichzeitig so befriedigend aus, dass ich direkt dachte: „Das baue ich nach!“ Und weil ich eh gerade Lust auf ein neues Bastelprojekt hatte, ging’s los.
Der erste Prototyp: Quick und dirty, aber funktioniert!
Ich hatte noch einen Arduino Uno, einen Rest WS2812B-LED-Streifen (die bunten RGB-Dinger) und ein paar Taster in meiner Bastelkiste rumliegen. Rot, grün, blau – perfekt für die drei Farben, die im Spiel vorkommen sollten. Also alles schnell zusammengesteckt:
- LED-Streifen an 5V und die Datenleitung an Pin 6 des Uno.
- Taster an Pin 2, 3 und 4 (mit Pull-Down-Widerständen, damit die Eingaben sauber sind).
- Ein kurzes Testprogramm reingehauen – und zack: Schon funktionierte die Grundmechanik!
Die Regeln sind simpel:
- Von rechts kommen bunte Pixel (rot, grün, blau) angerauscht.
- Drückst du den richtigen Taster, wird das Pixel zerstört – boom!
- Drückst du den falschen oder lässt die Pixel bis zum Ende durchlaufen, ist Game Over.
Das lief auf Anhieb. Kein Gefrickel, kein Debugging – einfach plopp, und es hat funktioniert. Das Gefühl, wenn so ein Projekt direkt tut, was es soll? Unbezahlbar.


Von „funktioniert“ zu „richtig geil“ – die Upgrades
Okay, der erste Wurf war schon cool, aber jetzt ging’s ans Eingemachte:
- Sound! Ein Piezo-Speaker musste her – Arcade-Sounds machen einfach alles besser.
- Punkteanzeige! Bisher hatte ich nur die LEDs als Feedback, aber eine Highscore-Anzeige wäre doch mal was.
- Portabel! Das Ding sollte nicht nur auf dem Schreibtisch rumliegen, sondern auch mitgenommen werden können. Also: Alles in eine kleine Holzbox gepackt.
Für die Anzeige hatte ich noch ein OLED-Display (SSH1106, 128×64 Pixel) von einem alten Projekt rumliegen. Perfekt, dachte ich – klein, scharf, und über I2C einfach anzuschließen. Also Display dran, Code angepasst… und dann ging der Ärger los.
Das große Rätsel: Warum hängt alles?
Zuerst dachte ich, ich hätte einen Kurzschluss oder einen Wackelkontakt. Aber:
- LED-Streifen allein? Läuft wie geschmiert.
- OLED allein? Kein Problem.
- Beides zusammen? Nach ein paar Sekunden: Freeze.
Ich habe alles durchprobiert:
- Andere Pins? Kein Erfolg.
- Andere Kabel? Nichts.
- Spannungsversorgung gecheckt? Alles stabil.
Dann der Geistesblitz: Vielleicht ist der Arduino einfach zu schwach? Ich hatte noch einen Arduino Leonardo rumliegen – Pinbelegung gleich wie beim Uno, also schnell getauscht. Und tatsächlich: Es lief etwas besser, aber immer noch nicht stabil. Immer wieder Stocken, Freezes, Neustarts.


Die Lösung: Mehr Power!
Jetzt wurde’s ernst. Ich habe mich schlau gemacht:
- Arduino Uno: 2 KB SRAM
- Arduino Leonardo: 2,5 KB SRAM
- WS2812B-LED-Streifen: Jede LED braucht Speicher für ihre Farbwerte.
- OLED-Display (SSH1106): Auch nicht gerade sparsam mit dem RAM.
Fazit: Der Uno und der Leonardo haben einfach nicht genug Arbeitsspeicher, um beides gleichzeitig sauber zu betreiben. Also musste ein Arduino Mega her – der hat 8 KB SRAM und sollte das Problem lösen.
Am nächsten Tag kam die Lieferung, ich habe den Mega eingebaut… und boom: Alles läuft wie am Schnürchen! Kein Hängen, kein Stocken, einfach perfekt.
Feinschliff: Jetzt wird’s richtig arcade-mäßig!
Jetzt ging’s ans Feintuning:
- Schwierigkeitsgrad steigt mit der Spielzeit – je länger du überlebst, desto schneller kommen die Pixel.
- Nachzieheffekte – wenn du einen Treffer landest, gibt’s eine kleine Animation.
- Bessere Sounds – der Piezo-Speaker klingt jetzt weniger wie ein sterbender Roboter und mehr wie ein echter Arcade-Automat.
- Highscore-Anzeige auf dem OLED – damit du deinen Freunden beweisen kannst, wer der bessere Pixel-Jäger ist.
Das Ergebnis: Ein portabler 1D-Shooter zum Mitnehmen
Hier seht ihr die finale Version in Aktion:
Was kommt als Nächstes? Ideen für Erweiterungen
Das Spiel ist schon jetzt richtig geil, aber es gibt noch so viel Potenzial:
- Eine vierte Farbe (z. B. gelb) für noch mehr Chaos.
- Ein richtiges Soundmodul (z. B. DFPlayer Mini) für bessere Audioqualität.
- Mehrere Schwierigkeitsstufen oder ein Endlos-Modus.
- Multiplayer? Vielleicht mit zwei LED-Streifen und getrennten Tastern?
Download: Download LED_Guardian_Final_byMiHu-Works.zip
Falls ihr das nachbaut, würde ich mich mega freuen, wenn ihr mich in euren Posts verlinkt oder mir ein Foto schickt – ich bin gespannt, was ihr daraus macht!



