Manchmal lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
Ein Freund hat mir gleich zwei seiner defekten Schwingschleifer mitgebracht – einen Black & Decker KA220 und einen KA230E. Beide hatten interessanterweise genau das gleiche Problem: Beim Betätigen des Schalters liefen sie kurz an, blieben dann aber direkt wieder stehen.
Da beide Geräte ansonsten noch einen guten Eindruck machten, wollte ich sie nicht einfach abschreiben. Also ab damit auf die Werkbank und erst einmal schauen, was dahintersteckt.

Sicherheitshinweis: Dieser Beitrag dokumentiert lediglich meine eigene Reparatur und ist nicht als allgemeingültige Reparaturanleitung gedacht. Arbeiten an netzbetriebenen Geräten können gefährlich sein und sollten nur mit entsprechenden Fachkenntnissen durchgeführt werden. Vor dem Öffnen des Geräts immer den Netzstecker ziehen.
Zwei Schleifer, das gleiche Fehlerbild
Das Fehlerbild war bei beiden Schleifern nahezu identisch. Nach dem Einschalten lief der Motor ganz kurz an, danach war Schluss. Da das bei beiden Geräten reproduzierbar war, lag die Vermutung nahe, dass der Fehler irgendwo in der Stromversorgung oder rund um den Schalter zu finden sein könnte.
Also habe ich die Gehäuse geöffnet. Der Aufbau der Schleifer ist recht übersichtlich und nach dem Entfernen der Schrauben kommt man gut an die wichtigsten Komponenten heran.
Die Ursache war schnell gefunden
Lange suchen musste ich zum Glück nicht. Direkt am Startschalter war eine defekte Lötstelle zu erkennen. Und tatsächlich zeigte sich bei beiden Schleifern genau das gleiche Problem.
Die Verbindung am Schalter hatte offenbar keinen zuverlässigen Kontakt mehr. Das erklärte auch, warum die Schleifer beim Einschalten noch kurz anliefen und anschließend wieder stehen blieben.

Schalter raus, Kontakte reinigen und neu verlöten
Ich habe die Schalter ausgelötet und die Pins zunächst gründlich gereinigt. Wichtig war mir dabei, die alten Rückstände zu entfernen und wieder eine saubere Oberfläche zu bekommen, an der das Lötzinn ordentlich haftet.
Zum Reinigen habe ich unter anderem einen Glasfaserstift verwendet. Damit lassen sich die Kontakte recht gut säubern, ohne gleich grob daran herumschleifen zu müssen.
Anschließend habe ich die Schalter wieder sauber eingelötet. Viel mehr war für die eigentliche Reparatur tatsächlich nicht notwendig.

Nachdem alles wieder verlötet war, konnte ich die beiden Schleifer wieder zusammenbauen. Dann Stecker rein und ausprobieren.
Und siehe da – beide Schwingschleifer laufen wieder einwandfrei.
Am Ende war es bei beiden Geräten nur eine kleine Lötstelle, die dafür gesorgt hatte, dass sie praktisch nicht mehr zu gebrauchen waren.

Fazit: Erst schauen, dann wegwerfen
Für mich sind die beiden Schleifer ein schönes Beispiel dafür, dass sich eine Reparatur auch bei günstigeren Geräten lohnen kann. Natürlich ist nicht jeder Defekt so einfach zu beheben. Aber manchmal steckt hinter einem scheinbar kaputten Gerät eben doch nur eine Kleinigkeit.
In diesem Fall waren es zwei defekte Lötstellen, etwas Zeit auf der Werkbank und ein wenig Lötzinn. Jetzt funktionieren beide Schleifer wieder wunderbar und können noch eine ganze Weile weiterarbeiten.
Bevor ein defektes Gerät also im Elektroschrott landet, lohnt es sich manchmal, einfach etwas genauer hinzuschauen.


